Grüß Gott

Meine Name ist Petra Kannchen,ich bin evangelisch und wohne in Hessen.
In diesem Blog geht es um das Thema Glauben und Kirche.
Aber nicht als staubtrockene Belehrungen sondern ganz praktisch und manchmal auch mit einem Augenzwinkern.


Montag, 22. Mai 2017

Den alten Adam ersäufen




Fisch, Taufe, Kommunion, Kirche
 
Hier nun den angekündigten Post zu der Predigt,die bei mir die Wende brachte.Es ging um Luthers 95 Thesen und im besonderen um die These,das wir als Christen unser ganzes Leben Buße tun sollen.Gut,das ist jetzt ziemlich salopp ausgedrückt,bringt es aber auf den Punkt.Nun hört sich Buße erstmal so nach Strafe an .Für mich war das Wort Buße bisher immer ziemlich drückend und düster.Irgendwann bei einem Gemeindenachmittag erfuhr ich dann,das Buße Umkehr bedeutet und auch Veränderung.Man soll erkennen,das man etwas falsch gemacht hat und dann umkehren,es besser machen.Das nimmt den Druck weg und befreit innerlich ein Stück weit.In der theologischen Werkstatt,die bei uns in der Gemeinde in unregelmäßigen Abständen angeboten,hatten wir uns schon mit den Thesen befasst und mit dem evangelischen Glauben der darauf fußt.Es war sehr interessant und hat mein Gottesbild zurecht gerückt und ich fühlte mich bestätigt protestantische Christin zu sein.Die Predigt vertiefte das erlebte noch einmal und vorallem der Satz Luthers "den alten Adam ersäufen" ging mir richtig unter die Haut.Das ersäufen kommt von der Taufe,früher wurden die Menschen untergetaucht und wurden ja durch die Taufe so zu sagen neue Menschen.Durch Luther ist ja auch die so genannte Rechtfertigungslehre entstanden,das heißt das  wir allein durch die Gnade und den Glauben von Gott frei gesprochen werden ohne das wir dafür etwas leisten  oder wie damals Ablassbriefe kaufen müssen.Gott ist von sich aus gnädig zu jedem Menschen.Genauere Informationen kann man hier nachlesen.Diese Rechtfertigungslehre ist die Grundlage der evangelischen Kirche.
In diesem Kontext bekommt auch die Buße einen anderen Blickwinkel.Da Gott ja ein gnädiger Gott ist kriege ich auch immer wieder eine neue Chance.Das ist nun kein Freibrief dafür ständig zu sündigen sondern ermöglicht mir mich immer wieder neu auf Gottes Wort und seine Gebote zu besinnen.Ich habe auch einen direkten Draht zu Gott ohne irgendwelchen Vermittler,ich stehe ständig mit ihm im Kontakt.Es ist jeden Tag eine neue Herausforderung,jeder Tag ein neuer Versuch.Also jeden Tag muß ich den alten Adam vom Vortag ersäufen und mich neu besinnen und orientieren.Jeder Tag bringt ja neue Versuchungen mit sich und denen gilt es zu wiederstehen.Das gelingt mal mehr mal weniger gut.Diese Versuchungen kommen in mannigfaltigster Gestalt daher.Sie tragen Namen wie Egoismus,Neid,,Selbstdarstellung,Klatsch und Tratsch,Hochmut,Leistungsdenken usw.Dabei brauche ich doch das alles nicht,ich bin Gottes geliebtes Kind,so wie ich bin bin ich gut.Gott möchte nicht,das ich eine besondere Leistung erbringe damit ich von ihm geliebt werde.Ich muß auch nicht ständig um mich selber kreisen wie die Erde um die Sonne.Ich brauche nicht alle Menschen zu lieben,kann aber  versuchen sie zu respektieren und nicht schlecht über sie zu reden.Es ließe sich noch so vieles auf zählen.Für mich war das ein richtiger Befreiungsschlag,ein Luft holen.
Ja ich bin Gottes geliebtes Kind,ich bin so wie ich bin gut.Nun begann es in mir zu arbeiten,wie soll man das in unserer heutigen Welt umsetzen.Jahrelang wurde mir eingeimpft,mich an zu passen und Leistung zu bringen.Dazu noch die wachsende Medienpräsenz,besonders das Internet und die sozial Networks.Das ist Versuchung in Reinformat.Auch ich bin in die Falle getappt.Wie oft poste ich etwas oder zeige Bilder um Eindruck zu schinden.Beim Bloggen möchte ich auch dem Mainstream folgen,möglichst viele Follower,Seitenaufrufe und Kommentare haben.Irgendwie fühlte sich all das plötzlich nicht mehr stimmig an.Auch mein Abnahmeprojekt war davon betroffen.Ich schrieb ja schon,in mir tobte ein Kampf,das Gedankenkarussell drehte unaufhörlich seine Runden.Langsam,ganz langsam wird es ruhiger in mir und ich sehe wieder Licht am Ende des Tunnels.Eine ganze Weile war ich in den sozial Networks nicht präsent,die Luft war raus und ich brauchte auch meine ganze Kraft um mich neu zu ordnen.Es waren etliche alte Adams,die es zu ersäufen galt.Es werden auch immer welche da sein,nur hoffe ich das es weniger werden.Darum hat die These,das man sein Leben lang Buße tun soll auch nichts bedrohliches mehr,im Gegenteil es macht frei.
Ich möchte daran arbeiten,immer mehr als Christin zu leben und mich vom Mainstream befreien,meinen Weg gehen.Der Glaube ist ein ganz wichtiger Begleiter dabei und vor allem die Gottesdienste am Sonntag stärken.Gebete sind ebenfalls ein wichtiges Hilfsmittel,es sind praktisch Telefonate mit einem Freund.Ich kann Gott alles sagen,ihn auch mal anschreien,weinen und klagen.Manchmal dauert es auch bis er antwortet oder er antwortet nicht so wie ich es erhofft habe.Doch auf jeden Fall ist sein Weg immer der bessere.Nur erfordert es Mut,ihn dann auch zu gehen.Gott lässt uns nie im Stich,durch Jesus seinen Sohn hat er uns ein Vorbild gesandt und der heilige Geist ist sein Fürsprecher.
Ein Satz aus dem Psalm 23 wird jetzt ganz verstärkt mein Leitsatz sein egal was kommt.

"Der Herr ist mein Hirte,mir wird nichts mangeln"

Damit schließe ich meinen Post.
Ich wünsche allen einen entspannten Abend ,eine ruhige Nacht und Gottes Segen behüte und beschütze euch an den restlichen Tagen dieser Woche.


Kommentare:

  1. Liebe Petra,
    ich bin sehr gerührt von Deinen klaren Worten, Deinem Mut so deutlich und offen Deinen Weg zu erklären und dieser Beitrag tut mir in meiner Situation aktuell einfach gerade richtig richtig gut.
    Bin durch "Zufall" (Zufälle gibts ja bei Christen nicht ;-)) durch Magdas Blog "Schoklädles Zuhause" auf Dich gestoßen...
    Liebe GRüße,
    Tina

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    1. Liebe Tina,
      danke für deinen Besuch und den sehr netten Kommentar.Ich freue mich,wenn ich dir mit meinem Post helfen konnte.Ich wünsche dir viel Kraft und Mut das auch du deinen Weg findest und gehen kannst.
      Liebe Grüße Pippi

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