Grüß Gott

Meine Name ist Petra Kannchen,ich bin evangelisch und wohne in Hessen.
In diesem Blog geht es um das Thema Glauben und Kirche.
Aber nicht als staubtrockene Belehrungen sondern ganz praktisch und manchmal auch mit einem Augenzwinkern.


Montag, 22. Mai 2017

Den alten Adam ersäufen




Fisch, Taufe, Kommunion, Kirche
 
Hier nun den angekündigten Post zu der Predigt,die bei mir die Wende brachte.Es ging um Luthers 95 Thesen und im besonderen um die These,das wir als Christen unser ganzes Leben Buße tun sollen.Gut,das ist jetzt ziemlich salopp ausgedrückt,bringt es aber auf den Punkt.Nun hört sich Buße erstmal so nach Strafe an .Für mich war das Wort Buße bisher immer ziemlich drückend und düster.Irgendwann bei einem Gemeindenachmittag erfuhr ich dann,das Buße Umkehr bedeutet und auch Veränderung.Man soll erkennen,das man etwas falsch gemacht hat und dann umkehren,es besser machen.Das nimmt den Druck weg und befreit innerlich ein Stück weit.In der theologischen Werkstatt,die bei uns in der Gemeinde in unregelmäßigen Abständen angeboten,hatten wir uns schon mit den Thesen befasst und mit dem evangelischen Glauben der darauf fußt.Es war sehr interessant und hat mein Gottesbild zurecht gerückt und ich fühlte mich bestätigt protestantische Christin zu sein.Die Predigt vertiefte das erlebte noch einmal und vorallem der Satz Luthers "den alten Adam ersäufen" ging mir richtig unter die Haut.Das ersäufen kommt von der Taufe,früher wurden die Menschen untergetaucht und wurden ja durch die Taufe so zu sagen neue Menschen.Durch Luther ist ja auch die so genannte Rechtfertigungslehre entstanden,das heißt das  wir allein durch die Gnade und den Glauben von Gott frei gesprochen werden ohne das wir dafür etwas leisten  oder wie damals Ablassbriefe kaufen müssen.Gott ist von sich aus gnädig zu jedem Menschen.Genauere Informationen kann man hier nachlesen.Diese Rechtfertigungslehre ist die Grundlage der evangelischen Kirche.
In diesem Kontext bekommt auch die Buße einen anderen Blickwinkel.Da Gott ja ein gnädiger Gott ist kriege ich auch immer wieder eine neue Chance.Das ist nun kein Freibrief dafür ständig zu sündigen sondern ermöglicht mir mich immer wieder neu auf Gottes Wort und seine Gebote zu besinnen.Ich habe auch einen direkten Draht zu Gott ohne irgendwelchen Vermittler,ich stehe ständig mit ihm im Kontakt.Es ist jeden Tag eine neue Herausforderung,jeder Tag ein neuer Versuch.Also jeden Tag muß ich den alten Adam vom Vortag ersäufen und mich neu besinnen und orientieren.Jeder Tag bringt ja neue Versuchungen mit sich und denen gilt es zu wiederstehen.Das gelingt mal mehr mal weniger gut.Diese Versuchungen kommen in mannigfaltigster Gestalt daher.Sie tragen Namen wie Egoismus,Neid,,Selbstdarstellung,Klatsch und Tratsch,Hochmut,Leistungsdenken usw.Dabei brauche ich doch das alles nicht,ich bin Gottes geliebtes Kind,so wie ich bin bin ich gut.Gott möchte nicht,das ich eine besondere Leistung erbringe damit ich von ihm geliebt werde.Ich muß auch nicht ständig um mich selber kreisen wie die Erde um die Sonne.Ich brauche nicht alle Menschen zu lieben,kann aber  versuchen sie zu respektieren und nicht schlecht über sie zu reden.Es ließe sich noch so vieles auf zählen.Für mich war das ein richtiger Befreiungsschlag,ein Luft holen.
Ja ich bin Gottes geliebtes Kind,ich bin so wie ich bin gut.Nun begann es in mir zu arbeiten,wie soll man das in unserer heutigen Welt umsetzen.Jahrelang wurde mir eingeimpft,mich an zu passen und Leistung zu bringen.Dazu noch die wachsende Medienpräsenz,besonders das Internet und die sozial Networks.Das ist Versuchung in Reinformat.Auch ich bin in die Falle getappt.Wie oft poste ich etwas oder zeige Bilder um Eindruck zu schinden.Beim Bloggen möchte ich auch dem Mainstream folgen,möglichst viele Follower,Seitenaufrufe und Kommentare haben.Irgendwie fühlte sich all das plötzlich nicht mehr stimmig an.Auch mein Abnahmeprojekt war davon betroffen.Ich schrieb ja schon,in mir tobte ein Kampf,das Gedankenkarussell drehte unaufhörlich seine Runden.Langsam,ganz langsam wird es ruhiger in mir und ich sehe wieder Licht am Ende des Tunnels.Eine ganze Weile war ich in den sozial Networks nicht präsent,die Luft war raus und ich brauchte auch meine ganze Kraft um mich neu zu ordnen.Es waren etliche alte Adams,die es zu ersäufen galt.Es werden auch immer welche da sein,nur hoffe ich das es weniger werden.Darum hat die These,das man sein Leben lang Buße tun soll auch nichts bedrohliches mehr,im Gegenteil es macht frei.
Ich möchte daran arbeiten,immer mehr als Christin zu leben und mich vom Mainstream befreien,meinen Weg gehen.Der Glaube ist ein ganz wichtiger Begleiter dabei und vor allem die Gottesdienste am Sonntag stärken.Gebete sind ebenfalls ein wichtiges Hilfsmittel,es sind praktisch Telefonate mit einem Freund.Ich kann Gott alles sagen,ihn auch mal anschreien,weinen und klagen.Manchmal dauert es auch bis er antwortet oder er antwortet nicht so wie ich es erhofft habe.Doch auf jeden Fall ist sein Weg immer der bessere.Nur erfordert es Mut,ihn dann auch zu gehen.Gott lässt uns nie im Stich,durch Jesus seinen Sohn hat er uns ein Vorbild gesandt und der heilige Geist ist sein Fürsprecher.
Ein Satz aus dem Psalm 23 wird jetzt ganz verstärkt mein Leitsatz sein egal was kommt.

"Der Herr ist mein Hirte,mir wird nichts mangeln"

Damit schließe ich meinen Post.
Ich wünsche allen einen entspannten Abend ,eine ruhige Nacht und Gottes Segen behüte und beschütze euch an den restlichen Tagen dieser Woche.


Freitag, 21. April 2017

Neue Wege

       
                     

Ein kurzer Impuls zum Freitag.Heute Morgen habe ich beschlossen, das es auch inmir Ostern werden soll.Ostern bedeutet Leben, Aufbruch und Veränderung.Durch Jesus Tod am Kreuz und seine Auferstehung haben wir eine Botschaft verkündet ekommen.Wir sollen Freude in uns tragen und diesauch weitergeben.Bei Vivat stand heute morgen so schöne, das wir unsere Humorlosigkeit verlieren sollen so wie ein Staubkorn vom Mantel fällt.Genau das ist es dachte ich bei mir.Ich kann ständig miesespetrig durch die Welt laufen und mich bedauern oder ich suche nach neuen Wegen.Daher habe ich beschlossen ich werde den Miesepeter und seine Kompagnons ab zu schütteln wie ein Staubkorn vom Mantel.Mit Jesus unserem Bruder an meiner Seite wird mir das auch gelingen.
In diesem Sinne werde ich jetzt in den Tag starten.


Freitag, 14. April 2017

Karfreitag


                                 Passion, Drei Kreuze, Kreuz, Karfreitag


Karfreitag bedeutet Klage,Kummer,Trauer.Genauere Informationen können hier nachgelesen werden.
Heute gedenken die Christen in aller Welt den Kreuzigungstod Jesu Christi.
Begonnen hatte alles am Abend des Gründonnerstages.Nun nimmt das Drama seinen Lauf.Drama? Vielleicht der falsche Ausdruck.Wie sagte Jesus im Garten Gethsemane:"Doch das alles geschieht,um die Wort der Propheten zu erfüllen,wie sie in der Schrift aufgeschrieben sind(Mt.26,36)
Es sollte alles so kommen,Gott hat es so gewollt.
Wieder Bibelstellen,die für uns heute kaum aus zuhalten sind,die uns alles abverlangen.Sie zeigen uns unsere Fehler,Schwächen,Versagen auf.Selbst Jesus kommt an seine Grenzen.Er fühlt sich von den Jüngern verraten,ist enttäuscht.Sie schaffen es nicht mit ihm im Garten Gethesmane zu wachen.
Er sagte zu Petrus: "Konntet ihr nicht wenigstens eine Stunde mit mir wach bleiben?Bleibet wach und betet.Sonst wird euch die Versuchung überwältigen.Denn der Geist ist zwar willig,aber der Körper ist schwach."Mt.26,40 - 41
Zweifel überkommen Jesus,er hat Angst.Er betet,das der Kelch an ihm vorüber gehen möge.Später ergibt er sich in sein Schicksal und legt sein Leben in die Hand seines Vaters,Gott.
Mein Vater!Wenn dieser Kelch nicht an mir vorüber gehen kann,dann geschehe dein Wille(Mt.26,47)
Was weiter geschieht wissen wir ja.Jesus wird von den Soldaten aufgespürt,Judas verrät ihn durch den Kuß.Er wird verhaftet und von den Soldaten verspottet.Petrus verleugnet Jesus,wie von ihm vorrausgesagt.Jesus wird Pilatus vorgeführt.Der will ihn nicht so recht verurteilen,doch beugt sich dann dem Mob.Barabas ein Verbrecher wird begnadigt,Jesus unschuldig zum Tod am Kreuz verurteilt.Pilatus wäscht seine Hände in einer Schüssel mit Wasser und sagt: Ich bin unschuldig am Blut dieses Mannes .Die Verantwortung liegt bei euch..(Mt 26,24)
Jesus muß sein Kreuz selber zur Hinrichtungstätte tragen.Unterwegs hilft ihm ein Mann mit Namen Simon das Kreuz zu tragen.Jesus fällt hin,steht auf und geht weiter.
Auf Golgata,das heißt Schädelstätte wird Jesus ans Kreuz genagelt.Wieder wird er verhöhnt und verspottet.
Um die Mittagszeit kam eine große Finsternes über das Land . Sie dauert bis gegen 15.00 Uhr.Da rief Jesus."Eli,Eli,lama asabtani?Mein Gott,mein Gott warum hast du mich verlassen?"
Die Soldaten meinten er wolle etwas trinken und hielten ihm einen Schwamm mit Essig hin.Doch Jesus schrie noch einmal und starb.
Da wurde der Himmel wieder hell und im Tempel zerriss der Vorhang in der Mitte.Das war das Zeichen,das Jesus wirklich der Sohn Gottes ist.

Kaum aus zu halten diese Geschichte.Doch jeder von uns hat so etwas schon mal erlebt.

Auch wir erliegen Versuchungen,werden schwach.Gefasste Vorsätze werden aufgegeben.Es kommen uns Gedanken wie:"ich schaffe das nicht,das ist zu schwer,unmöglich,usw."Wir werden von Menschen,die uns sehr viel bedeuten,meist in der Familie verraten und enttäuscht.Wir helfen nicht,wo wir gebraucht werden,wir sehen weg,schlafen wie die Jünger.

Seine Hände in Unschuld waschen ist ein Sprichwort,das oft gebraucht wird.
Wir sehen weg,wenn jemanden Unrecht wiederfährt.Terror,Krieg,es ist halt so,da kann ich sowieso nichts machen.Jemand anders ist verantwortlich,nicht ich.Der Kollege wird gemobbt,ich halte mich daraus,sonst bin ich das nächste Opfer.

Wenn uns ein Unglück widerfährt,eine Krankheit uns trifft,jemand aus unserer Familie ,im Bekanntenkreis stirbt,fühlen wir uns von Gott verlassen.Wollen,das der Kelch an uns vorüber zieht.Wir haben dann nicht die Kraft wie Jesus zu sagen,Gott dein Wille geschehe.Es ist dann nur dunkel um uns herum,unser Vorhang reißt oft nicht entzwei.Überhaupt jammern und wehklagen wir lieber,als das Gute um uns herum zu sehen.Wir sollten versuchen,in allem was uns passiert Gottes Willen zu sehen.Öfter zu sagen,Gott dein Wille geschehe,nicht meiner.

Begehen wir diesen Karfreitag in aller Stille.Versuchen mal,die Stille aus zu halten.Fühlen mit Jesus.Gehen mit ihm durch das dunkle Tal.Halten Wiederstände aus,stehen zu unserem Glauben.Leider tendiert unsere Gesellschaft dazu,alles verändern zu wollen.Da werden Stimmen laut,die sich von uns Christen bevormundet fühlen.Stille am Karfreitag,keine Musik,keine Tanzveranstaltung unmöglich.Jeder soll so leben können,wie er will.Dabei ist bestimmt jeder,auch wenn er kein gläubiger Christ ist,doch als Kind getauft worden,später zur Kommunion,Konfirmation oder Firmung gegangen.Also ist er Christ.Ich finde es ist nicht zu viel verlangt,an einem,wohl bemerkt an einem Tag! im Jahr mal Stille aus zuhalten.Da ist sie wieder die Versuchung,der Verrat,die Zweifel,die Angst.Warum? Wir leben doch in einer christlichen Kultur,so sollten  wir das doch auch zeigen.Wir können es,in anderen Ländern werden Christen verfolgt.Leben wir unsere Gebräuche und Traditionen ganz bewusst.Stehen wir zu unserem Glauben,sagen laut und deutlich Ja zu Jesus.

Ich wünsche euch einen ruhigen und besinnlichen Karfreitag.
Bleibt behütet und gesegnet.

Donnerstag, 13. April 2017

Gründonnerstag

      




   






Nun nährt sich die Fastenzeit dem Ende und heute beginnen die stillen Tage bis Ostersonntag.Für mich die Zeit die mich am meisten berührt.Ostern ist für mich bedeutender als Weihnachten.Es hat mehr Tiefgang. Was steckt in diesen Tagen von Palmsonntag  bis Ostersonntag nicht alles drin.Zuerst der Palmsonntag,Jesus wird mit Palmwedeln und Hosianna Rufen von der jubelenden Menge empfangen.Dann wendet sich das Blatt,der Mob schreit:"Kreuzige ihn,kreuzige ihn!"Es endet mit seinem Tod am Kreuz.Doch damit ist nicht alles zu Ende,Ostersonntag Morgen das leere Grab,Jesus hat den Tod besiegt,er ist auferstanden,seine Liebe hat gesiegt,das Leben hat gesiegt.Was für eine dramatische Geschichte,die bis heute Menschen bewegt und berührt.
Zunächst zurück zum Gründonnerstag.Grün kommt von Greinen und heißt heulen.So ist Gründonnerstag ein Tag voller Traurigkeit.Doch Tränen können auch befreien,können reinwaschen.Wovon befreien,wovon reinwaschen?

Zuerst fängt alles ganz harmlos an.Jesus beauftragt die Jünger mit der Vorbereitung des Passahmahles,was diese auch tun.Doch bevor das Fest beginnt geht es schon los.Jesus sagt zu seinen Jünger:"Der Meister lässt dir sagen:Meine Zeit ist gekommen,ich möchte das Passahmahl mit meinen Jüngern bei dir feiern."Am Abend,als sich Jesus und die Jünger zum Mahl versammelt haben spricht Jesus zu ihnen:"Ich sage euch:Einer von euch  wird mich verraten."Nun werden die Jünger nervös.Sie fragen :"Bin ich es Herr?"Jesus antwortet ihnen:Einer,der jetzt mit mir isst,wird mich verraten."Judas ,der ihn verraten wird,fragt Jesus ganz dreist: Rabbi,ich bin es doch nicht etwa?Jesus erwidert darauf nur."Du hast es selbst gesagt."
Dann feiert er das Abendmahl mit ihnen.Das erste und letzte Mahl zugleich.Wir feiern es zu seinem Gedächtnis bis heute.Seine Einleitungsworte haben bis heute Gültigkeit:
Jesus nahm das Brot,brach es und sprach:
Nemmet und esset alle davon,dies ist mein Leib,der für euch gebrochen ist.
Desgleichen nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach:
Nemmet und trinkt,dies ist mein Blut,für euch vergossen zur Vergebung eurer Sünden.Es ist das Zeichen des neuen Bundes.Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Abschließend sagte Jesus,das er von nun an keinen Wein mehr mit ihnen trinken werde,bis zu dem Tag wenn er im Reich seines Vaters mit ihnen trinken werde.
Dann sangen sie ein Loblied und begaben sich alle zum Ölberg .

Puh,was für ein Abend.Ich glaube,so hatten sich die Jünger das nicht vorgestellt.Jesus weiß,das er sterben muß.Er sitzt mit einem Verräter am Tisch und er gibt den Jüngern klare Anweisungen.Er teilt ihnen auch schon die Art seines Todes mit.Ich frage mich,wie sich die Jünger gefühlt haben?Ob sie das ganze Ausmaß erahnt haben.Der Vorwurf des Verrats hat sie schon aufgerüttelt.Jeder wird da so seine eigenen Gedanken gehabt haben.
In meiner Gemeinde haben wir heute einen besonderen Gottesdienst zum Gründonnerstag gefeiert.In einem Team von 5 Frauen haben wir uns bei der Vorbereitung gefragt,was uns zu diesen Themen einfällt,wie es uns damit geht?Es ist  ja oft so,das einem während einer Predigt plötzlich ein Gedanken durch den Kopf schießt und man ihn verarbeitet.Diese "Einhaker" haben wir zu einer Predigt verarbeitet.Unsere Schwerpunkte waren Tod,Verrat,Zweifel,schlechtes Gewissen und Angst.Jede hat sich so ihre Gedanken gemacht.

Ich bin bei dem Thema Tod hängen geblieben.Mir ist klar geworden,das auch unsere Zeit  auf Erden begrenzt ist,doch  oft  leben wir so  als ob wir unsterblich sind.Wieviele Chancen lassen wir verstreichen,wieviele Gespräche werden nicht geführt,wieviele Besuche nicht gemacht usw.Irgendwann ist es zu spät.Dann sagt man sich :Hätte ich doch,wäre ich doch,warum habe ich nicht usw.Darum möchte ich versuchen,jeden Tag so zu leben,als ob es mein letzter ist.

Wie oft haben auch wir Jesus verraten`Durch unsere Handlung oder Worte.Wie oft haben wir unsere Lebenseinstellungen verraten,unsere Ideale,unsere Meinungen.Aus Angst oder Feigheit.In jedem von uns steckt ein Judas oder Petrus.Wie oft haben wir Angst oder sind verzweifelt.
Somit sind die Handlungen der Jünger nur allzu verständlich.Wer weiß,warum Judas Jesus verraten hat? Wollte er ihn schützen, sich selber schützen?War es Berechnung?Hat er es bereut?Hatte er Angst?
Oder Petrus,erst verspricht alles für Jesus zu tun und dann  verleugnet er ihn?Warum?Aus Angst,aus Feigheit?Aus Zweifel?Um sich selber zu schützen?
Alle dies kennen wir nur zu gut.Wie oft schwimme ich im Mainstream um bloß nicht auf zu fallen.Zu meinem Glauben stehen in der Öffentlichkeit,lieber nicht.Tratschen über den Nachbarn,die Kollegen,passiert schon mal.Eine kleine Notlüge,schadet doch nicht.Eine unüberlegte Handlung,ein falsches Wort,wie komme ich aus der Nummer raus?

Für alle diese Verfehlungen und Sünden ist unser Bruder Jesus am Kreuz gestorben,er hat unsere Schuld auf sich genommen.
Darum sollen wir versuchen ehrlich und friedvoll miteinander zu leben.Der Gründonnerstag lädt auch uns ein,über all dies nach zu denken.Wir dürfen an diesem Tag ruhig heulen und mit unseren Tränen das alte Ich,die falsche Maske abwaschen, im Abendmahl Kraft schöpfen für die vor uns liegenden stillen Tage und am Ostermorgen zu neuem Leben erwachen.

Bleibt behütet und gesegnet in diesen stillen Tagen.
 

Sonntag, 19. März 2017

Eine andere Welt


Dieser moderne Pavillon  ist der Eingang zum Bergkloster Bestwig.Überhaupt nicht wie man sich eigentlich eine Klosterpforte vorstellt.Klöster sind für mich eher alte Backsteinbauten mit einer großen,massiven Holztür.Ich war überrascht,doch dieser Eingang passt wunderbar zum Kloster.Es ist ein moderner,heller Bau und doch betritt man eine andere Welt.Die Atmosphäre ist spürbar anders,ruhiger,freundlicher und liebevoller.
Für meine reale Welt wünsche ich mir auch oft so eine Tür,die man aufmacht und in eine andere Welt eintreten kann.Meine Umwelt empfinde ich im Augenblick zu hektisch,laut und unfreundlich.Jeder ist mit sich beschäftigt.Ich wage mal jetzt zu behaupten,das es daran liegt,das unsere Zeit fast nicht mehr religiös geprägt ist.Wir leben nicht mehr nach den Jahreszeiten,geschweige denn nachdem Kirchenjahr.Im Moment haben wir Fastenzeit.Eine Vorbereitungszeit auf Ostern hin.Eine Zeit der inneren Einkehr,Besinnung und Umkehr.Doch nur wenige wissen was die Fastenzeit bedeutet.Da verzichtet man auf bestimmte Speisen,nimmt proforma an Fastenaktionen teil,weil es gerade hipp ist oder macht  Exerzitien.Doch oft ist es nur äußerlich,innerlich bleibt man gleich.Ich schließe mich da nicht aus.In diesem Jahr wollte ich die Fastenzeit eigentlich dafür nutzen,mehr zur Ruhe zu kommen,alles langsamer angehen zu lassen,mehr zu schweigen und still und ruhig meinen Weg zu gehen.Heute beginnt die 3. Fastenwoche und irgendwie ist noch alles beim Alten.Ich habe es gerade geschafft,meine Planerei ab zu schaffen.Halt,gerade geschafft?Was ist denn das jetzt?Wie war das mit der Ruhe?Erwischt,in dem Satz steckt schon wieder Unruhe und Hetze drin.
Ich habe es geschafft,meine Planerei abzuschaffen.Schlicht und einfach.
Also,werde ich in der vor mir liegenden Woche vornehmen,den inneren Kritiker raus zu werfen und den Beobachter ein zu laden.Alles darf sein,alles ist gut so wie es ist.Einfach den Moment,das Gefühl wahrnehmen und einfach so stehen lassen.Bei mir,bei den anderen.
Ich fühle mich gerade so und so,ich empfinde es so und so,alles gut.Mein Mitmensch macht gerade das oder das,sagt dieses oder jenes,aha auch gut.
Es wird eine Herausforderung für mich sein,da ich dazu neige alles schnell zu analysieren,kommentieren und zu kritisieren.Doch mit Gottes Hilfe schaffe ich das.Denn nicht ich plane mein Leben und richte,sondern alles liegt in Gottes Hand.Es ist so einfach und doch so schwer,Gottvertrauen zu haben.
Ich schließe meinen Post mit einem Taizelied nach einem Text von Teresa von Avila,einem meiner Lieblinglieder

Nada te turbe,
nada te espante;quin a Dios tenne,
nada le falta.
Nada te turbe,nada te espante:
Solo Diosa basta.

Oder auf deutsch
Nichts soll dich ängstigen,nichts dich erschrecken,
wer sich an Gott hält,dem wird nichts fehlen.
Nichts soll dich ängstigen,nichts dich erschrecken:
Gott allein genügt.

Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Woche und Gottes Segen sei mit Euch.

verlinkt wird es bei Nova

Sonntag, 26. Februar 2017

Sternschnuppen - Rückblick auf die Woche

Heute mal eine andere Art meine Sternschnuppen zu präsentieren.
Ich habe eine freie Assoziation zu meinen Sternschnuppen gemacht und sie dann in einem kurzen Gedicht zusammengefasst.
Viel Spaß beim Schauen und Lesen.



Meine Woche

Am Anfang dunkel und schwer.
Ich fasse Mut,schöpfe Hoffnung.
Ich springe über den eigenen Schatten.
Es wird hell,ich sehe Licht.
Ruhe und Frieden umhüllt mich wie eine wärmende Decke.
Ich singe vor Freude und rufe laut:
"Gott sei DANK."


Damit habe ich diese Woche abgeschlossen.Ich gebe sie zurück an Gott und nehme aus seiner Hand eine neue Woche in Empfang.
Mit einem Vers aus dem Matthäus Evangelium beende ich diesen Post.

"Darum sorgt nicht für morgen,denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.
   Es ist genug,das jeder Tag seine eigene Plage hat."
                                                                                             Mt.Kapitel 6, Vers 34


Montag, 20. Februar 2017

Gedanken zum Montag









Der Mensch denkt und Gott lenkt.So einfach und doch so schwer.Wir Menschen wollen uns nicht lenken lassen,sondern alles selbst bestimmen.
Ich  möchte es jetzt mal einfach wagen und mich lenken lassen.Auf meinem anderen Blog("mein neues Lebensgefühl") schrieb ich schon davon,das es mir wieder mal nicht gut  ging und was dazu führte.Das war die eine Seite der Medaille,die andere ist,das ich wieder alles alleine schaffen wollte.mein inneres Kind brüllte :"Lass sie.alleine machen." Nun ,bei den Menschen zieht das vielleicht,nicht bei Gott.Der ist hartnäckig und bleibt am Ball.
Seit geraumer Zeit verfolgt  mich das Wort Gerechtigkeit .Es ist Thema des diesjährigen Weltgebetstages,bei dem ich mitarbeite.Die Lesung dazu steht im Mathäus Evangelium 20,1- 16,das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.Für uns Menschen ja eigentlich ein Unding,das alle den gleichen Lohn bekommen,sowohl die Arbeiter der ersten Stunde als auch die,die nur eine Stunde gearbeitet haben.Jesus will uns damit sagen,das vor Gott alle Menschen gleich sind,egal was sie geleistet haben.Er zeigt auch damit,für wen sein Herz schlägt,für die Armen,die Schwachen,diejenigen unter uns,die von der Gesellschaft verachtet werden.
Da war es schon,das erste Zeichen für mich.In der letzten Zeit gehörte ich zu der Gruppe der Arbeiter,der ersten Stunde.Ich fühlte mich ungerecht behandelt von aller Welt.Das Credo:Immer ich."Warum habe ich so wenig Zeit,warum muß immer ich alles machen,wieso gelingt mir das nicht."Die,der Andere ist besser,hat mehr Zeit,schafft alles,das ist so ungerecht.Ich habe Gott regelrecht genervt damit und ihm die Ohren vollgejammert.Doch das störte ihn nicht,unermüdlich bekam ich dieses Gleichnis unter die Nase gehalten.Letzten Donnerstag dann hat es Klick gemacht.Es war ein bescheidener Tag und ich fühlte mich mal wieder von Gott und der Welt verlassen und ungerecht behandelt.Mein armer Mann diente als Prellbock.Abends war dann die "theologische Werkstatt",eine Diskussionrunde in meiner Gemeinde.Thema,ja genau; das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Unser Pfarrer erklärte uns das Gleichnis ganz genau und nannte die Kernaussage des Gleichnis sei die Gleichstellung,also das alle Menschen vor Gott gleich sind.Da saß ich dann wie ein Häufchen Elend und habe innerlich Abbitte geleistet.
Am Samstagabend wurde ich wieder mit dem Thema Gerechtigkeit konfrontiert in Form der Bergpredigt, also auch Matthäus.Kapitel 5,38 - 48. Es geht um das Thema Vergeltung und Feindesliebe.Wieder saß ich da in der Kirchenbank und dachte,nein das glaube ich jetzt nicht.Wieder hatte ich einen rabenschwarzen Tag hinter mir,wo ich mich ungerecht behandelt fühlt und meinte die ganze Welt hat sich gegen mich verschworen.Wieder war mein Mann der Prellbock.Wieder wollte ich eigentlich am liebsten zu Hause bleiben und meine Wunden lecken.Doch Gott hatte anscheinend genug von meinen Eskapaden und zog mich zum Gottesdienst.Beide Bibelstellen sind für mich und meinen Gerechtigkeitssinn echte Herausforderungen.Jemanden ,der mich geärgert hat,der mir Unrecht getan hat soll ich verzeihen.nein das geht zu weit.Feinde lieben und auf sie zu gehen,also das geht nun überhaupt nicht.Doch ,bei Jesus schon.Das ist sein Weg.Das ist das revolutionäre,der Gegensatz zum Judentum,wie bei Mose im Buch Levitikus 19,1- 2,17-18 nach zu lesen.
Die Predigt dazu war sehr packend und gespickt mit geschichtlichem und kulturellem Hintergrundinformationen.Plötzlich merkte ich,wie ich innerlich immer ruhiger wurde.Ich hatte das Gefühl,als ob Gott ganz leise in mein Ohr flüsterte,verstehst du nun,was ich dir sagen möchte.Lass los,gib sie mir deine negativen Gedanken.Du bist mein geliebtes Kind,genau wie all die Menschen um dich herum.Sie sind genau so wertvoll wie du.jeder bekommt von mir,was er persönlich braucht.
Du sollst mir helfen,den Weg den mein Sohn angefangen zu gehen weiter zu führen.

So nun saß ich da.Was tun? Den ganzen Abend,die ganze Nacht wälzte ich diese Herausforderung in meinem Kopf umher.Gestern fasste ich den Entschluss,ja ich wage es,ich versuche es.Als Christen sollen wir aus der Versöhnung heraus leben,was uns natürlich nicht immer gelingt.Aber wir können es immer wieder versuchen.Das schaffen wir aber nicht alleine,sondern nur mit Gottes Hilfe.
Es hat auch so etwas unglaublich befreiendes,nicht alles alleine schaffen zu müssen.
Ich kann wieder durchatmen und mein Herz wird weit,weit für Gottes große Güte und weit für meine Mitmenschen.Ich brauche nicht über meinen Bruder/meine Schwester zu richten,zu urteilen,das ist nicht meine Aufgabe.Meine Aufgabe ist es,ihnen mit offenen Armen und Liebe entgegen zu treten,auch wenn es vielleicht nicht gleich erwidert wird.Geduld haben und weiter versuchen.Gott hat mit uns auch ganz viel Geduld.
So starte ich nun ganz beschwingt in die kommende Woche und bin gespannt wie Gottes Pläne für mich aussehen.